Die vierte industrielle Revolution beginnt in der Schule – und nicht nur in der Theorie!
Aller guten Dinge sind vier: Zum vierten Mal in Folge hatte ein Team der BBS David-Roentgen-Schule Neuwied auf Einladung des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.) die Möglichkeit, ein Technikprojekt einem internationalen Publikum vorzustellen.
Das zentrale Thema der Hannovermesse 2017 lautet immer noch, wie 2015, „Industrie 4.0". Dies zeigt welchen großen Stellenwert das Thema für die Industrie hat!
Der David-Roentgen-Schule Neuwied als Berufsbildende Schule für Gewerbe und Technik liegt dabei, neben den praktischen technischen Aspekten, die in der Schule mit Industrie4.0 neu dazugekommenen benötigen Kompetenzen den Schülern zu vermitteln und sie so fit für die Berufswelt von Morgen zu machen.
Industrie 4.0
Bei Industrie 4.0 Prozessen ist hierbei die Vernetzung möglichst aller Produktionsprozesse auch über das Internet (Cloud) mit dem Ziel einer intelligenten Individualisierung der Produktion hin zu einer kundenorientierten Fertigung im Fokus. Die technologischen Herausforderungen und Möglichkeiten wurden von den großen Unternehmen auf der Messe in verschiedensten Ansätzen dargestellt.
Deutlich wurde im Kontext dieses technologischen Wandels, order besonders betont auch von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Rahmen der Podiumsdiskussion zur Eröffnung der „Plattform Industrie 4.0", der hohe Anspruch an die zukünftige Fachkräfteausbildung. Diese Aufgabenstellung erkannte ein Team aus Lehrern und Schülern der David-Roentgen-Schule bereits im Herbst 2014, um das Lernmodell „Industrie4.0@school" zu entwickeln und aufzubauen. Im Verlauf der Arbeiten wurde schnell deutlich, dass zunächst die einzelnen Merkmale von „Industrie4.0" herausgearbeitet werden müssen.
Entstanden sind nun zunächst sieben Lernmodule, die jungen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben sollen, sich von verschiedenen Seiten, basierend auf individuellen Interessen und Fähigkeiten, der Thematik Industrie 4.0 annähern zu können. Lernmodule sind hierbei beispielsweise „App-Programmierung", „RFID-Technik", „Energiemonitoring“ als auch „Robotik" und „SPS-Technik". Der technische Anspruch des Projektes erforderte die Beteiligung verschiedener Klassen in unterschiedlichen Ausbildungsniveaus, von den Mechatronikern im ersten Lehrjahr bis hin zu Technikern im Abschlussprojekt.
Erkennbar wurde hier, dass durch Industrie 4.0 die zukünftigen kommunikativen Anforderungen nicht nur technologisch steigen werden. Insbesondere die genaue Definition von Schnittstellen muss zu einer gemeinsamen Sprache und Standards führen, die diese Initiative im internationalen Wettbewerb zügig voranbringen soll. Der erste Entwurf des Lernmodells konnte nun auf der Hannovermesse auf dem Hauptstand des ZVEI präsentiert werden.
Sponsoren
An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass die Realisierung eines solchen Projekts ohne die Unterstützung von tatkräftigen Sponsoren nicht denkbar ist. In Gesprächen auf der Messe rund um die bildungsorganisatorische Thematik solcher Arbeiten fällt natürlich der Begriff „Kompetenzzentren Industrie 4.0". Die David-Roentgen-Schule Neuwied wäre hier bereits sehr gut aufgestellt und hätte dann verstärkt die Möglichkeit, die Kooperation mit starken Partnern zu konkretisieren und weiter auszubauen.
Im Rahmen des „Dialogs Zukunft der Industrie“ unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums arbeiten wir zusammen mit der Firma thyssen-krupp Rasselstein GmbH Andernach an der Modernisierung der Bildungslandschaft mit.
Themengebiete, wie z.B. Digitalisierung bzw. digitales Lernen sind wichtige Aspekte/Themen für unsere Schule. Dieses Jahr gelang es uns mit unserem Medienkonzept den Weiterbildungspreis des Landes Rheinland-Pfalz zu gewinnen!
Industrie4.0@School ist ein interaktives Lernprojekt, in dem Schüler an einem realen, funktionierenden Industrie 4.0 - Produktionsszenario Arbeitsweise und Philosophie von Industrie 4.0 demonstrieren.
Projektskizze "Industrie4.0@School"
Dabei gehen wir unter anderem folgenden Fragestellungen nach:
- Wie gelingt es zukünftig eine ausreichende Anzahl gut ausgebildeter Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft zu gewinnen?
- Was bedeutet die Digitalisierung für die Schüler, den Unterricht und die Schulformen von heute und morgen?
- Was bedeutet Industrie 4.0 für die Schüler von heute und morgen?
- Welche Kompetenzen braucht ein Schüler, um gut für die Zukunft auf-gestellt zu sein?
- Wie kann die Berufsbildende Schule in RLP die Schüler unterstützen?
- Wie kann man die jungen Menschen auf die Arbeitswelt von morgen vorbereiten ohne ihnen Angst bezüglich ihrer Zukunft zu machen?
Gerade mit dieser Form der Projekte und deren Präsentation in der Öffentlichkeit ist es möglich Menschen unterschiedlicher Altersgruppen für Technik zu begeistern und ihnen mögliche Entwicklungen für Arbeitswelt von morgen vorzustellen.
An unserem Exponat soll die Informatisierung der Fertigungstechnik mit dem Ziel einer intelligenten Fabrik (Smart Factory) beispielhaft sichtbar gemacht werden. Industrieroboter produzieren dazu gemeinsam mit einer CNC Fräse (Computerized Numerical Control, übersetzt „rechnergestützte numerische Steuerung“) individuell – vom Kunden beeinflusst – ein Produkt in Losgröße 1. Die Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse sind für die Besucher klar sichtbar.
Bilder vom letzten Jahr
Sonstiges
Videos „Industrie4.0@School:
Landesschau RLP Zukunft der Industrie:
Homepage der Schule: